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IRT gratuliert dem neuen Präsidenten des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebunds Ralph Lewin

Im Namen des Interreligiösen Runden Tisches im Kanton Zürich gratuliere ich Ralph Lewin von Herzen zu seinem neuen Amt als Präsident des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebunds. Mein Glückwunsch geht auch an die gesamte Geschäftsleitung. Gleichzeitig danke ich Herbert Winter für sein grosses Engament im interreligiösen Dialog, namentlich auch sein beherztes Auftreten in der Öffentlichkeit. Nicht zuletzt in Krisenzeiten wie jener, die wir gerade erleben, ist ein Zusammenstehen und ein gegenseitiges Füreinander der verschiedenen Religionsgemeinschaften unendlich wertvoll. Möge Adonai den israelitischen Gemeindebund und alle jüdischen Gemeinden jederzeit begleiten.

Franziska Driessen-Reding, Vorsitzende des IRT im Kanton Zürich

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Religionsunterricht ist auch Beziehungsarbeit


«Gymnasium 2022»

29. September 2020

In ihren Vernehmlassungsantworten zum Projekt «Gymnasium 2022» begrüssen die katholische und reformierte Kirche sowie der Interreligiöse Runde Tisch im Kanton Zürich die Einführung eines Pflichtfaches. Sie verlangen allerdings sechs statt nur zwei Semesterlektionen. Andernfalls sei die Mittelschularbeit in den Foyers gefährdet. Die Medienmitteilung im Wortlaut.

Die Reformierte und die Katholische Kirche im Kanton Zürich begrüssen in ihren Vernehmlassungsantworten zum Projekt «Gymnasium 2022» die Einführung eines Pflichtfaches «Religionen, Kulturen, Ethik» im Untergymnasium an den kantonalen Mittelschulen. Vorgesehen sind für das Fach allerdings nur zwei Semesterlektionen. Das erachten die Kirchen als zu wenig und schlagen sechs Lektionen vor. Andernfalls sei insbesondere die wichtige Arbeit der Mittelschul-Foyers gefährdet, halten sie in einem separaten Schreiben an Regierungsrätin Silvia Steiner und den Bildungsrat fest. Auch der Zürcher Interreligiöse Runde Tisch (IRT) teilt die Bedenken der Kirchen.


Im Projekt «Gymnasium 2022», das sich zurzeit in der Vernehmlassung befindet, ist am Untergymnasium u.a. die Einführung eines Pflichtfaches «Religionen, Kulturen, Ethik»(RKE) mit Mindestdotation vorgesehen. Die Reformierte und die Katholische Kirche im Kanton Zürich sowie der IRT begrüssen diese Neuerung in ihren Vernehmlassungsantworten. Das Thema Religion sei in der Öffentlichkeit omnipräsent. Die Herausforderungen in unserer multikulturellen und -religiösen Gesellschaft würden Orientierungshilfen und Deutungskompetenzen erfordern. Ziel des Faches RKE sei es, diese Kompetenzen mit den Schülerinnen und Schülern zu erarbeiten und einzuüben.


Nach Ansicht der Kirchen und des IRT verlangt ein Obligatorium jedoch auch eine angemessene Dotation. Die für das Fach RKE vorgesehenen zwei Semesterlektionen erachten sie als klar zu wenig. Zwei Semesterlektionen beziehen sich dabei auf die zwei Schuljahre des Untergymnasiums. Konkret bedeutet es im Schnitt eine halbe Schulstunde pro Woche. Die Kirchen schlagen deshalb sechs Lektionen vor, was auch der Dotation des Faches auf der Sekundarstufe der Volksschule entspreche. Die gesellschaftspolitische Bedeutung des Faches RKE sei anerkannt. Hinsichtlich ethischer und weltanschaulicher Fragen würden nicht nur Fakten gelehrt, sondern es müsse auch Platz haben für Auseinandersetzungen und Diskussionen. Zudem bestehe eine sinnvolle pädagogische Arbeit auch aus Beziehungsaufbau. Das alles sei in nur zwei Semesterlektionen nicht möglich.

Foyer-Arbeit gefährdet
In einem separaten Schreiben an Bildungsdirektorin Silvia Steiner und die Mitglieder des Bildungsrates weisen die Kirchen weiter auch auf den Zusammenhang mit den Mittelschul-Foyers hin: «Die im Unterricht aufgebaute Beziehung zwischen den Fachlehrpersonen Religion und den Schülerinnen und Schülern kann im Foyer fortgesetzt werden. Als niederschwellige Treffpunkte und durch die projektbezogene Nutzung erweitern die Foyers den Handlungs- und Lernraum der Jugendlichen.» Im Kanton Zürich bestehen an Langgymnasien insgesamt neun von den Kirchen betriebene und finanzierte Foyers und zwei weitere Arbeitsstellen und ergänzen so das soziale und kulturelle Angebot der Schulen.


Im Brief weisen die Kirchen darauf hin, dass die in der Vernehmlassung vorgeschlagene Mindeststundendotation zu Kleinstpensen führe, die weder eine sinnvolle schulische Präsenz noch attraktive Anstellungen ermöglichten. Darunter würde die Beziehungsarbeit leiden, die für Unterricht und Foyerarbeit zentral sei. Und es würde dem gesellschaftlichen Anliegen nach religionsbezogener und ethischer Bildung nicht angemessen Rechnung getragen. Mit einer Mindestdotation von sechs Lektionen könnte die langjährige und bewährte Kooperation zwischen Schulen und Kirchen hingegen sinnvoll weiterentwickelt werden.



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Religionslandschaft im Kanton Zürich wird bunter



Medienmitteilung vom 21. November 2019

Neben den traditionell hier vertretenen Kirchen und Religionen etablierten sich in den letzten Jahrzehnten neue Religionsgemeinschaften, namentlich christlich-orthodoxen und muslimischen Glaubens. Der Interreligiöse runde Tisch (IRT) begrüsst die Absicht des Kantons, auch neuen Religionsgemeinschaften Wertschätzung und gesellschaftliche Anerkennung entgegenzubringen.

«Neue Religionen und Kirchen sind eine Realität, die sowohl seitens der alteingesessenen Kirchen und Religionen als auch seitens des Staats angemessene Würdigung verdienen», betont die Vorsitzende des Interreligiösen Runden Tischs im Kanton Zürich, die katholische Synodalratspräsidentin Franziska Driessen-Reding. Während die drei Landeskirchen und zwei jüdische Gemeinden eine öffentliche Anerkennung geniessen und vom Kanton finanziell unterstützt werden, haben die neuen Religionsgemeinschaften bislang keinen öffentlichen Status. Aber auch sie erbringen Leistungen, die der Gesellschaft zugutekommen, zum Beispiel in Bezug auf Integration, in der Spital- und Gefängnisseelsorge, Jugendarbeit oder bei der Betreuung von Flüchtlingen und Asylsuchenden. «Dieses Engagement muss auch öffentlich wertgeschätzt werden, damit die neuen Religionsgemeinschaften leichter ihren Platz in unserer Gesellschaft finden können», so Driessen-Reding.
Der IRT nimmt deshalb dankbar zu Kenntnis, dass Regierungsrätin und «Religionsministerin» Jacqueline Fehr eine umfangreiche Studie erstellen liess, welche die Situation der neuen Gemeinschaften erfasst und konkrete Vorschläge für verbesserte und verbindliche Zusammenarbeit macht. «Auf dieser Basis können wir nun gemeinsam weitere Zusammenarbeits-Projekte angehen», freut sich die IRT-Vorsitzende. Wegweisend ist dabei das erklärte Ziel der Regierungsrätin Jacqueline Fehr, rechtliche Grundlagen für das Zusammenleben zu schaffen, welche das Verhältnis des Staates zu den (noch) nicht anerkannten Religionsgemeinschaften regeln.
Die römisch-katholische Kirche unterstützt schon heute den Verband der Orthodoxen Kirchen Im Kanton Zürich mit 100’000 Franken (2019), ab 2020 sind 125'000 Franken budgetiert. Ein religions-übergreifend unterstütztes Pilotprojekt ist der 2017 gegründete Verein «Qualitätssicherung der Muslimischen Seelsorge in öffentlichen Institutionen» (QuaMS). In Kooperation mit dem Schweizerischen Zentrum für Islam und Gesellschaft der Universität Freiburg i.Ue. wurde ein Weiterbildungslehrgang für - meist ehrenamtliche wirkende - muslimische Seelsorgende konzipiert, welcher bereits zwei Mal durchgeführt wurde. Auch Seelsorge im Asylbereich wird durch QuaMS begleitet. Bis 2021 werden die Aktivitäten massgeblich durch die Direktion der Justiz und des Innern mit jährlich 150'000 Franken finanziert. Auch die beiden grossen Landeskirchen und der muslimische Dachverband VIOZ steuern jährlich je 25'000 Franken bei. Nach Ablauf der Frist müssen die muslimischen Gemeinschaften selbst die Trägerschaft übernehmen.